Gmeiner = Emons 2 Wasenkrimis Wer ist der Gewinner?

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    Gmeiner / Emons

    Diese beiden Bücher habe ich mir selbst gekauft und von daher erwarte ich dann, dass meine Auswahl gut ist, sonst kann ich mir solche Aktionen sparen.

    Ich hatte mich für Stuttgart-Krimis entschieden, weil ich a) Gmeiner und Emons sehr schätze und weil b) Stuttgart, der Wasen und Ba-Wü mir am Herzen liegen. Ich mag einfach Regionalkrimis aus meiner alten Ba-Wü-Heimat. Außerdem hab ich keinen Roman oder Krimi vom Silberburgverlag (mein ehemals dritter Lieblingsverlag) gefunden. Dabei hab ich direkt in Stuttgart in einer Buchhandlung eingekauft. So ein Mal im Jahr kaufe ich offline in einem Buchladen ein. Sonst ertausche ich sie mir oder kaufe meine Serien Online, da ich sie Offline nicht im Buchladen bekomme. Und wenn ich Glück hab, gewinne ich sie bei Vorablesen oder Lovelybooks.

    2018 feiert der Cannstatter Wasen sein 200. Jubiläum, daher gab es zwei Wasenkrimis (in der Buchhandlung):

    Tod auf dem Wasen von Martina Fiess (Emons)
    und
    Wasenknaller von Michael Krug (Gmeiner).

    Thema:
    Fand ich bei beiden eine gute Idee.

    Fazit: Beide 2/2 Punkten

    Verlage:
    Beides sind Lieblingsverlage von mir.

    Fazit: Beide 2/2 Punkten.

    Rezis bei Amazon (und LB):
    Wasenknaller: Gibt’s noch keine. Das find ich sehr schade. (Bei LB ist wenigstens eine Kurzmeinung mit 4 Sternen.
    Tod auf dem Wasen: Es gibt 3 Rezis und ich hab festgestellt, dass das ’ne Serie ist, um die neugierige Stadtführerin Bea Pelzer (2 x 5 und 1 x 2 Sterne). (Bei LB gibt’s 1 Rezi mit 2 Sternen und 1 x 4 Sterne).
    Fazit: Ja, also dazu muss ich sagen, das find ich sehr schade, dass so Bücher zum 200. Jubiläum so wenig bis gar keine Rezis bekommen. An was liegt das? Wenig oder keine Werbung? Oder die Leute sind so genervt von den Büchern, dass fast niemand was schreibt. Mich würde echt interessieren, wie viele Bücher davon verkauft wurden. Wenn ich das über Amazon gekauft hätte, hätte ich mir zumindest Wasenknaller nicht gekauft. Denn keine Rezi kann nichts Gutes bedeuten, das ist meine Meinung und Erfahrung.

    Seitenzahl:
    Wasenknaller: 277 Seiten für 12 Euro
    Tod auf dem Wasen: 235 Seiten für 10,90 Euro
    Sagen wir so: Ich find beides zu teuer. Unter 300 Seiten sollte für maximal 10 Euro zu haben sein, finde ich persönlich.

    Fazit: 0/2 Punkte für Beide.

    Amazon Bestseller-Rang:
    Wasenknaller : Nr. 766.001 in Bücher Nr. 48723 (Krimis)
    Tod auf dem Wasen: Nr. 548.458 in Bücher, Nr. 4598 (Geschenkbücher für Frauen, eine selten dämliche Kategorie!) Nr. 7314 (Krimis mit Detektivinnen)
    Fazit: Bei Amazon hat der Emons gewonnen.

    Charaktere/Protagonisten:
    Wasenknaller: Ich wurde nicht warm mit den Personen und ich fand vor allem Palm unsympathisch.
    Tod auf dem Wasen: Die Charaktere waren für mich alle schlüssig und ich konnte sie mir gut vorstellen. Natürlich waren Bea und Jeannette total sympathisch. Per Kopfkino konnte ich mir beide gut vorstellen.

    Fazit: 1,5/2 Punkte Emons.

    Highlights:
    Wasenknaller: Also wenn, dann war es die Szene mit Palm auf der Toilette. Die fand ich weder lustig noch spannend.
    Tod auf dem Wasen: Als Bea sich beim Einbruch erwischen lässt. Zwar ist die Szene ziemlich kurz, aber trotzdem besser.

    Fazit: 1/2 Punkte Emons

    Humor:
    Wasenknaller. Gab es hier Humor? Also für meinen Geschmack nicht. Auch nicht, wenn man die handelnden Personen, wie zum Beispiel den Ministerpräsidenten Knarzmann (statt Kretschmann) oder den Reporter Palm (spielt sicher auf Palmer an).
    Tod auf dem Wasen: Eigentlich sehr wenig. Außer man kann sich die Kostüme von Bea vorstellen, wie sie durch Stadt/Wasen/Burg läuft.
    Fazit: 0,5/2 Punkte Emons

    Lokalkolorit:
    Wasenknaller: Ja, es gab Lokalkolorit. Aber für meinen Geschmack, lieblos dahingeschrieben.
    Tod auf dem Wasen: Ja, durchaus. Die Straßen und so konnte ich gut nachvollziehen. Für meinen Geschmack, war das ok. Aber die schwäbische Sprache fehlte mir persönlich.
    Fazit: 0,5/2 Punkte Gemeiner, 1,5/2 Punkte Emons.

    Schwäbische Namen:
    Wasenknaller: Da bin ich ständig darüber gestolpert. Knarzmann, Palm, Bolz, Angsterer…
    Tod auf dem Wasen: Da war nix unauffällig und für meinen Geschmack passte es auch. Wenn man mal von Bea Pelzer absieht, als Hauptperson, hätte ich sie nicht in Stuttgart gesucht.

    Fazit: 1/2 Punkte Emons.

    Schreibstil:
    Wasenknaller: Ich hatte bis zum Schluss damit ein Problem. Hätte ich das Buch nicht gekauft, hätte ich vorher aufgehört mit Lesen.
    Tod auf dem Wasen: Ich war sofort im Geschehen. Der Schreibstil, der größtenteils aus Beas Sicht stattfand, gefiel mir sehr gut.

    Fazit: 1,5/2 Punkte Emons.

    Schluss:
    Wasenknaller: War mir zu kurz. Eigentlich stand auch der Mörder fest oder auch nicht. Jedenfalls fehlte mir die Spannung.
    Tod auf dem Wasen: Zwar wäre ich nicht wirklich auf den Mörder gekommen. Aber der Schluss war zu kurz und hatte zu wenig Spannung und eigentlich ist Bea schon Tod, bis vielleicht mal jemand eingreift, da mit dem Typ ist ja nicht wirklich zu spaßen war. Der Schluss ist war insgesamt auch etwas seltsam.

    Fazit: 1/2 Punkt Gmeiner 1,5/2 Punkt Emons

    Cover:
    Wasenknaller: Ok, Stuttgart hat 2 Riesenräder und den Highfall. Der Tote war aber um die Fruchtsäule gewickelt. Ich bin daher der Meinung, dass die Fruchtsäule zwingend auf dem Cover drauf sein sollte. So wird das ganze für Leute ein Lichtermeer sein, das überall sein könnte. Wahrscheinlich würden die Leute sogar noch auf Wies´n tippen, wenn sie es nicht wissen. Und Spannung hatte ich nicht wirklich.
    Tod auf dem Wasen: Es ist einfach schön mit dem Traditonssymbol der Fruchtsäule. Ich mein es ist doch ein Wasenkrimi. Der Emons Verlag hat das Cover einfach liebevoll und perfekt gestaltet. 1+

    Fazit: 1/2 Punkte Gemeiner 2/2 Punkte Emons

    Möchte ich von den Autoren weitere Bücher lesen?
    Michael Krug: nein
    Martina Fiss: ja

    Fazit: 2/2 Punkte Emons

    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
    Das Ganze ist sehr enttäuschend für mich:
    Gmeiner 6,5 von 24 Punkten2 Sterne
    Emons 16,5 von 24 Punkten4 Sterne (eigentlich ja 3)
    Beide Bücher sind bei mir durchgefallen. Da der Punkteabstand so deutlich ist, hab ich das Buch von Emons um 1 Stern aufgewertet. Aber insgesamt bleibt die Unzufriedenheit, wie man so ein Thema versemmeln konnte. Ich empfehle keins der beiden Bücher.

    Beide Verlage haben fabelhafte Autoren, Serien und Bücher:
    Gmeiner:
    Andreas Schröfl:
    Krimiserie mit dem Sanktus spielt in München und hat massig Lokalkolorit, Dialekt, Humor ohne Ende. Dazu ist es noch spannend mit traumhaften Highlights.
    Christian Jaschinski Wolfsspiel:
    Geniale Charaktere, ausreichender Lokalkolorit, viele bekannte Orte, schönes Ostwestfalen, spannend, einfach ein supertoller Gmeiner-Krimi.
    Bernd Gunthers Die Kuh kennt keinen Feiertag:
    Das Buch handelt von Kühen und Milka. Es gibt viiiiiiiiiiiiiiel zu Essen, super lecker und viel Lokalkolorit und vieles zum Schmunzeln.
    Anke Clausen (Fehmarnserie!!!)
    Heike Wolpert (Katzenserie!!!)

    Emons:
    Ralf H. Dorweiler: Seine badische Krimiserie ist top. Mit einem Testdieb, einem Basset und einem badischen Original-Nachbarn. Leider gibt’s da keine weiteren Bücher mehr.
    Dafür gibt’s zwei supertolle momentane Serien von Gabriela Kasperski immer mit aktuellen Themen, spielt in der Schweiz und spannend wie Agatha Christie in modern. Ute Haese Heringshappen mit Private Eye Hanna Hemlokk, superlustig, spielt an der Küste.
    Weitere tolle Bücher Martina Aden Kluntjemord (Mein TopBuch 2018), Ina Haller (Rüebliland/Aarauer Finsternis), Beate Ferchländer Sterbenstörtchen (da bleibt kein Auge trocken).

    Natürlich gibt’s bei Gmeiner und Emons noch viel mehr gute Bücher und Autoren. Das ist jetzt nur eine kleine Auswahl. Ich hätte ehrlich gedacht, dass beide Bücher besser sind, sonst hätte ich sie nicht gekauft.

    In den letzten Jahren habe ich 18 Emons und 8 Gmeiner gelesen. Wenn man meiner Lesestatistik bei Lesejury glauben darf. Was ich mir nicht vorstellen kann, weil ich pro Jahr über 100 Bücher (inkl. Hörbücher und Ebooks) lese. Aber ich lese vielseitig. Allerdings kann man wirklich sagen, dass Emons den meisten Platz in meinem Bücher-Regal einnimmt, gefolgt von Gmeiner und dem Silberburgverlag. Bis zum Ende des Jahres werde ich noch mehr Emons und Gmeiner lesen bewerten. Wobei der Silberburgverlag seit dieser verkauft wurde, mehr und mehr von anderen Verlagen bei mir verdrängt wird. Laut meiner Buchhandlung haben die kein Buch zum Wasenjubiläum verlegt! Und das wo der Verlag in Tübingen ansässig war. Gmeiner ist in Bayern ansässig und Emons in Köln.

    Der wahre Verlierer dieses Wasenkrimi Duells ist damit der Silberburgverlag, der einverleibt wurde, in einen großen, wo er nicht mehr wichtig ist und seine tollen Autoren an Wichtigkeit verlieren. :-(


    Ich hoffe, dass Emons und Gmeiner selbstständig bleiben und wünsche ihnen noch viel Erfolg. Und wenn ihr ein paar Autoren vom ehemaligen Silberburgverlag zu euch nehmt, find ich das ganz toll. Emons hat ja – schon etwas länger - Sybille Baeker und Eva Klingler.
    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. // Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können. Mark Twain

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