Wolfgang A. Gogolin Leben mal sieben Französisch von unten

  • Wolfgang A. Gogolin Leben mal sieben Französisch von unten

    2019, Karina Verlag



    Original Klappentext:

    Ein idyllisches französisches Fischerdorf in der Normandie. Und doch wird hier hinterhältig gemordet, düster orakelt, die Ehe gebrochen, ein Bordell gegründet und ein schier unfassbares, tödliches Komplott gegen den „Papst“ geschmiedet.



    Mittendrin der verwilderte Kater Merlin, der innerhalb von nur 5 Tagen seine sprichwörtlichen sieben Leben mit allen Höllen und Himmeln durchlebt. Aber auch die menschlichen Dorfbewohner um Merlin herum, ob enge oder erbitterte Feinde, sind nach den fünf ereignisreichen Tagen nicht mehr die Gleichen…



    Fees Meinung: (Vorsicht Spoiler!)

    Erst mal möchte ich sagen, dass ich ehrlich froh bin, dass ich das Buch ausgelesen habe und hätte ich es nicht in einer Leserunde von Lovelybooks gewonnen, hätte ich es keinesfalls ausgelesen.



    Das Cover und der Rückentext:

    Das Cover mit der Katze drauf, impliziert mir, dass es um eine Katzengeschichte geht. Ich wäre nie drauf gekommen, dass Merlin quasi auf den ersten Seiten mit Hunger gequält wird und daraufhin „richtig“ stirbt.

    Die Reihenfolge seiner Leben:

    Kater, Rabe, Wespe, Libelle, Karpfen, Silberfisch, weiße Kätzin.

    Der Kater selbst denkt nur an Essen und an Paarung mit einer Katze.



    Den Rückentext hab ich (zum ersten Mal in 19 Jahren rezensieren) so übernommen, WEIL ich beschreiben möchte, warum er – meiner Meinung nach und für mich – nicht stimmt.



    Teilweise werden Sachen, auch das Dorf poetisch beschrieben. Dies macht es meiner Ansicht nach allerdings eher langweilig und zäh.



    Ich hab das Buch gelesen und frage mich, wer wurde hinterhältig ermordet? Wer hat ein unfassbares, tödliches Komplott gegen den Papst geschmiedet? Muss ich zwischen den Zeilen lesen? Oder aber nimmt mein Hirn nicht den ganzen Text auf, weil es sich gegen das Quälen durch das Lesen des Buches wehrt?



    „Mittendrin der verwilderte Kater Merlin“. Eigentlich ist das mit dem Kater eine eigene Geschichte, die meines Erachtens nicht sehr viel mit der angestrebten Story zu tun hat und nur durch dieselben Menschen miteinander verflochten wird. In fünf Tagen (er)lebt er seine sieben Leben, allerdings nicht als Kater Merlin. Immerhin mit denselben Gedanken an eine Kätzin und an Fressen.



    Nein, die Leute sind nicht mehr dieselben, denn einige sterben und dazu werden die Leute gequält: Vergewaltigung, Ehebruch (beides derselbe „hochangesehene Bürger“ der Stadt, unglückliche Liebe, Tod eines lieben Menschen, begriffene Scheidung etc.



    Für mich passen Rückentext und Cover nicht zusammen. Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich mich niemals für die Leserunde beworben. Von daher fühle ich mich beim Cover und Rückentext „betrogen“.



    Charaktere:

    Mit den Charakteren wurde ich nicht warm. Ich mochte keinen von ihnen. Manche fand ich sogar widerlich, wie den Bürgermeister. Und manche fand ich dumm wie z. B. Malo.

    Dazu haben die meisten Leute im Buch nur Sex im Kopf. Die einen vergewaltigen und begehen Ehebruch und werden nicht dafür bestraft. Es ist halt irgendwie so und dann wird im Rathaus eine Frau nach der anderen ersetzt.

    Der Autor hat offensichtlich Spaß daran, seine Charaktere zu quälen. Genau so kommt das für mich rüber.



    Wobei ich mich mit dem Kater hätte anfreunden können. Am Anfang sagte ich mir noch, so eine Geschichte könnte in einem Katzenbuch sein, bis Kater Merlin mit seiner „äußeren“ Hülle verstarb.



    Schreibstil:

    Manche Sätze hätte ich jetzt nicht in dem Buch vermutet. Ob schön oder nicht schön, steht für mich nicht zur Diskussion. Es geht darum, dass das Buch vielseitig und mit lauter Gegensätzlichkeiten gespickt wurde und darum, dass vieles poetisch ist.



    Hier ein paar Zitate:



    Das Rosenfenster sah ihm gelangweilt zu.
    Ruhe jetzt, Weib! Kein Blöken!

    Das Rosenfenster registrierte die beiden Männer auf der Kirchenbank, fand das Zuhören sterbenslangweilig und schlummerte ein.

    S. 203 „Sissi, meine Süße, du hast ja gar nichts von der Milli getrunken?“ und das zum armen Merlin!!

    S. 197 3 Absätze voll poetischer Stimmung, wie es da aussieht und wie das Wetter ist. Das ist das, was das Buch in die Länge zieht und zäh ist und einfach nicht zusammenpasst.

    S. 203 – 205 sehr viel kirchliches, wie ein Gebet usw. Szenen in der Kirche.

    Die Sekunde stand still und suchte ein Versteck, um nicht erwischt und erschossen zu werden.



    Dazu gab es sehr viele lateinische Sätze, die dann auf Deutsch übersetzt wurden. Fand ich jetzt einfach ZU viel, in so einem Roman, wobei ich mir mit dem Genre total schwer tu. Das Buch kann ich nicht in EINE passende Schublade stecken, ich brauch mindestens 5 dafür. Ein paar passende französische Sätze waren auch drin.



    Das alles zusammen machte die Handlung für mich langweilig und zäh.



    Was mir auch nicht gefiel:

    Merlin wird von wohlbeleibten Menschen als dick beschimpft und bekommt deshalb nichts zu fressen.



    Dazu die ganzen makabren Scherze um den Tod. Würde es nicht um was Ernstes gehen, würde man vielleicht darüber lachen. Nur ich halt nicht. Dazu die blauen Zahlen auf der Stirn, die die Lebenszeit ablaufen lassen und Wetten über den Tod. Dazu sag ich nur mal: Amy Winehouse. Weiter möchte ich mich darüber nicht auslassen.



    S.124 - 125 : Fünf Absätze, die man ich nicht wirklich verstehe.

    Dazu gab es dann auch noch viele Klischees.



    Für die ersten 60 Seiten habe ich drei Tage benötigt. Und den Rest hab ich immer wieder gelesen, wenn ich mich vom Buch erholt hatte. Ich bin jetzt echt froh, dass das Durchquälen ein Ende hat.



    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

    Es war nicht mein Buch, allerdings kommt das mal wieder davon, dass ich vom Cover und Rückentext was ganz anderes erwartet habe. Das war nicht das erste Mal und wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Ich habe mich durchgequält und es gefiel mir nicht. Daher kann ich nur einen Stern geben. Wobei ich nicht sagen möchte, dass das Buch schlecht ist. Sicher findet es einen Leserkreis, der es mag. Aber ich halt nicht!





    PS: Für Lovelybooks:

    Irgendwo hab ich mal gelesen, warum man die 1 bis 2 Sterne Rezis einstellt. Es ist ganz einfach, man muss das Buch lesen und die Rezi schreiben, wenn man ein Buch gewonnen hat. Zudem hat jeder der sich im Internet informiert das Recht zu lesen, was andere darüber denken und sich zu informieren. Und mit 2 oder 3 Sätzen zu einem Buch und 5 Sterne geben, damit kann ich nicht wirklich was anfangen. Ich hab schon oft Bücher gekauft/ertauscht, wo ich nur die schlechten Rezis gelesen hatte. Wenn ich das Buch dann auch schlecht fand, hab ich auf die Rezi verzichtet, ich war ja gewarnt worden! Aber fand ich es gut, konnte ich es ja schreiben. Nun ja, aber Fakt ist allerdings ich brauch auf jeden Fall mehr Zeit. A) zum Lesen B) für die Rezi! Ich lese auch lieber Bücher, die ich mag und denen ich 5 Sterne geben kann.



    Hier wollte ich zum ersten Mal aufhören mit Lesen und das Buch jemand anderem zukommen lassen. Weil das schon jemand vor mir gemacht hatte.



    Als der Autor mir dann das in der Leserunde schrieb:



    „es tut mir leid, dass Du so wenig mit dem Buch anfangen kannst.
    Um es mit meinem Lieblingsbarden Ulrich Roski auszudrücken:

    Man kann nicht mit jedem Text jeden ansprechen,
    der eine find's schön, der andre muss brechen,
    der eine find's lecker, der andre find's fad,
    darum geb' ich jedem den folgenden Rat:
    gefällt dir mein Text nicht, na bitte, dann schau
    auf meinen athletischen Körperbau!

    In diesem Sinne:
    Vielen Dank für den Versuch, Dich mit Merlins sieben Leben anzufreunden!“



    Habe ich beschlossen, das Buch doch zu lesen. Hätte ich es abgebrochen, hätte ich 2 Sterne gegeben. Übrigens ist es schwierig für dieses Buch Leser zu finden, WEIL es noch zwei andereLeute gab, die das Buch auch nicht lesen wollten. Eine Person hat nach Seite 60, die andere auf Seite 20, aufgehört zu lesen und als sie es in der Familie weitergeben wollte, wollte diese Person das auch nicht lesen. (Währen also schon 3). Ich bin also nicht die Einzige und so liegt es für mich eindeutig am Rückentext und am Cover. Sorry!
    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. // Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können. Mark Twain

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