Fee empfiehlt nicht: Leonie Müller Tausche Wohnung gegen Bahncard - Gegoogeltes Wissen, Werbung, Abwertung und Pholosophieren statt leichte Unterhaltung

  • Leonie Müller Tausche Wohnung gegen Bahncard

    2018, Fischer



    Gegoogeltes Wissen, Werbung, Abwertung und Pholosophieren statt leichte Unterhaltung oder Wie sieht denn nun ne Bahncard aus? Schwarz und wie weiter?? I have no fucking idea wie man auf so einen Buchinhalt kommt.


    Fees Meinung und Buchinhalt:

    Ich musste das Buch unbedingt haben und mit mir noch x-andere Leute. Ich erwarte von solchen Büchern Bilder, vor allem von der Bahncard und so und dazu noch Gespräche und viele Erlebnisse IN der Bahn. Ich habe wirklich geglaubt, sie schreibt ihre Erlebnisse auf. Das hätte mich interessiert.



    Was ich bekommen habe ist aber, so eine Art Lebenslauf außerhalb der Bahn. Erklärungen der Begriffe, ständig wird Wikipedia zitiert und was sie alles im Internet gegoogelt hat und dazu noch die viele, viele Werbung. Und die Wiederholungen z. B. blaue Lieblingskleidung. Der Zug sieht innen wohl auch blau aus. Dazu gibt sie zu allem und jedem einen Kommentar ab und wertet meistens ab. Sie gibt sich megaklug und kommt – für mich – sehr oberflächlich, unsympathisch und oberlehrerhaft rüber.



    Erst konnte ich die negativen Bewertungen nicht verstehen, aber nun, da ich das Buch gelesen habe, kann ich die schlechten Bewertungen sehr gut verstehen.



    Das Cover ist so schön und irgendwie vermittelt es den Eindruck, dass das sich meine Erwartungen erfüllen. Zwischen dem Buch außen und dem Inneren sind größere Unterschiede. Wobei, wenn ich den Rückentext danach lese, verstehe ich ihn anders. Ich meine, das ist vom Verlag gewollt. Weil wer will schon solche philosophische Betrachtungen lesen und ständig mit Wissen (das ich zu 99 % schon kannte) gefüttert werden? Also ich nicht. Schon gar nicht, wenn ich einen Erlebnisbericht vom Bahnfahren und den Menschen, die man dort trifft erwarte. Es könnte allerdings sein, dass sie überwiegend negative Erfahrung gemacht hat und das kann sie ja nicht ins Buch reinschreiben und wie sie schon selber schreibt, manche Leute halten sie für Schmarotzer, weil sie ja doch irgendwo übernachten muss. Und das ist das Problem. Es ist eingeplant, wann sie wo übernachtet. Sie übernachtet also nicht wirklich in der Bahn, vielleicht ab und zu, aber nicht wirklich. Und ich schlafe nachts in meiner Wohnung… Von daher ist das für mich echt seltsam.



    Das Buch hat mich echt gefrustet und irgendwie ist es schade, dass ich meine kostbare Lebens-Zeit dafür benutzt hab, um dieses Buch zu lesen. Es ist der bisher schlimmste Lese-Flop in 2019 für mich.



    Ich hab viel über Leonies Kindheit und einiges über ihre Schulzeit erfahren. Kurz hat sie beschrieben, warum sie das macht und es nervt sie, wenn Leute sie fragen, warum sie das macht und sie Schmarotzerin nennen. Das Problem ist aber, sie vermittelt das, auch durch das wie sie das Buch schreibt. Es kommt so rüber und ich verstehe das auch so.



    Aber sie philosophiert seitenlang über die Begriffe Heimat, Zuhause, Ikea und was Bier damit zu tun hat. Es nervt ungemein. Über Hesse werde ich schon zum – gefühlt – Millionsten Mal aufgeklärt. Und ich war auch schon im Antiquariat. Ich habe schon mehrfach über Hesse geschrieben. Tübingen war meine Heimat und Calw meine 2. Heimat. Bielefeld und NRW kenne ich auch. Oberstdorf und Co auch. Das mit den Zipfelgemeinden ist mir auch nicht neu.



    Vielleicht hätte es Reich-Ranicki gefallen, aber ich finds – sorry – einfach grässlich und langweilig.



    Zuerst dachte ich ja, dass die Zeichnungen schön sind. Aber sie wiederholen sich und was zum Teufel hat sich der Mensch gedacht, der den Stuttgarter Fernsehturm zu einem Tübinger Text und Berliner Party Text dazu gesetzt hat. Das ist ja wirklich doof, finde ich. Das ist meiner Meinung nach nicht liebevoll sondern gedankenlos!



    Am schlimmsten fand ich die viele Werbung. Sie hat – gefühlt – jedes Plakat und Zitat das sie kennt und gesehen hat, mit einfließen lassen und meistens kommentiert.



    Meine – Lesezeichenfees – Meinung:

    Ich finde 15 Euro zu teuer für ein Buch, das voll ist mit Werbung, mit einer Teilbiografie einer unter 30 jährigen und dazu ihre Wertung und ihre philosophischen Betrachtungen. Die Bilder darin wiederholen sich an oft unpassenden Seiten dazu. Den einen Stern, den ich geben muss, empfinde ich noch zu viel! Ich hab das Buch jetzt weitergegeben und dann steht schon die nächste da, die es lesen möchte. Ich hoffe nur, dass diese nicht auch enttäuscht sind von diesem Buch.
    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. // Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können. Mark Twain

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