Fee empfiehlt: Der Sandmaler von Henning Mankell --Sandige Zeiten--

  • Henning Mankell Der Sandmaler

    Zolnay 2017 (1974)


    Fee erzählt vom Buchinhalt


    Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten,
    treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise
    gebucht, Stefan bewohnt einen Bungalow und Elisabeth ein Zimmer in einem
    anderen Hotel. Im Urlaub treffen sie sich häufiger und lernen auch Sven
    und ein weißgekleidetes Ehepaar kennen.



    Fee meint zum Buch


    Ich wollte das Buch unbedingt haben, nachdem ich vor kurzem auf
    "Mord im Herbst" gestoßen bin, das ich auch noch nicht kannte. Ich liebe
    ja die Wallander Serie total und nie wieder hat mich eine schwedische
    Krimiserie so in den Bann gezogen, dass ich alle Bücher gelesen hätte.
    Das erfreuliche von Mord im Herbst und der Sandmaler ist, dass beide
    Bücher unter 200 Seiten haben.


    Das Cover fand ich erst mal faszinierend, nach Auslesen des Buches
    fand ich es sehr passend und schön. Es passt irgendwie zu Mankell.


    Der Schreibstil des Autors ist flüssig, schön zu lesen und sehr
    bildhaft. Man kann sich alles gut vorstellen. Irgendwie passt dieses
    Buch wunderschön in unsere jetzige Zeit. Die damalige Kritik des Autors,
    in Form der Figur Sven, ein Lehrer aus Schweden, trifft voll den Kern
    der heutigen Zeit. Das Buch ist so gut geschrieben, dass man denkt, man
    wäre da gewesen. Man wäre in der Gluthitze am Strand gelegen, man hat
    die Leprakranken gesehen und man hat Ndou und seine Schwester Yene
    kennen gelernt. Schön wäre ein Folgeband gewesen, wenn Ndou und der
    Kellner nach Schweden gekommen wären. DAS hätte mir noch gefehlt.


    Die Charaktere sind wunderbar beschrieben:


    Der oberflächliche Stefan, der zu viel Geld hat und kein Mitgefühl mit den armen Afrikanern.

    Die gefühlvolle Elisabeth, die viel zu viel in diesem Urlaub
    begreift und ein tiefes Mitgefühl mit der Armut der Afrikaner und der
    Lebensweise hegt.

    Ndou, der Junge, der nicht in die Schule geht, weil er als Gesellschafter, der die Stadt zeigt, seiner Familie hilft.

    Yene, die mit männlichen Urlaubern flirtet und ins Bett geht, um ihrer Familie zu helfen.

    Sven, der Lehrer, der vieles erklärt und der durch seinen epileptischen Anfall erst mal Mitleid erregt.


    Das Buch war eigentlich viel zu schnell ausgelesen. Aber noch mehr
    Kritik hätte ich wohl nicht ertragen. Einige Seiten mochte ich nicht,
    klar dass Stefan mit einer schwarzen Frau ins Bett geht, aber warum muss
    sich Elisabeth selbst befriedigen? Oder was geht uns ihr Sextrieb an?
    Möchte Mankell uns zeigen, wie toll Elisabeths Charakter ist, weil sie
    weder mit Stefan, noch mit Sven, noch mit einem Schwarzen ins Bett geht?


    In welchem Land in Afrika waren die „drei“ eigentlich? Also sicher
    nicht in Ägypten, wo Wallander ja auch schon war und ich auch. Sie waren
    eigentlich nur in irgendeiner Stadt, die wohl fast überall in Afrika
    sein könnte. Aber es war sicher nicht Kairo.


    Die Geschichten mit dem Sandmaler und als Elisabeth die Familie von
    Ndou und Yene kennen lernt, fand ich am schönsten. Sie zeigen so richtig
    das wahre Afrika und ich finde, es sind die besten Szenen in dem Buch.
    Ich habe mich nur gefragt, warum hatte sie da ihre Kamera nicht dabei.
    Schön fand ich dann, als Stefan sich ein Bild heraussuchen durfte, dass
    er ein Bild von Ndou wählte. Es hat nicht zu Stefan gepasst, und es hat
    dann auch nichts mehr rausgerissen. Man mag Stefan einfach nicht.



    Fees Fazit


    Wie dem auch sei, ein sehr informatives Buch, das den Kern der
    heutigen Zeit voll trifft. Es ist kein banaler Afrikaroman, sondern
    einfach eine toll geschriebene Geschichte, wie es wirklich ist.
    Umgesetzt von drei Schweden mit verschiedenen Charakteren. Mankell ist
    einfach einer der besten Schriftsteller, die ich je gelesen habe.

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