Fee empfiehlt: Die Morde von Morcone (Stefan Ulrich)

  • Stefan Ulrich
    Die Morde von Morcone: Toskana-Krimi

    Ullstein, 2017


    Fee erzählt die Geschichte


    Robert Lichtenberg nimmt sich ein Jahr Auszeit vom Münchner Stress. Eines Tages begleitet er den Conte auf einen Ausflug. Unterwegs finden sie einen Toten oder eine Tote, so genau weiß man das nicht. Da Lichtenbergs Frau nicht mehr bei ihm ist und sich seine Tochter im Ausland befindet ist er recht einsam. So freundet er sich mit Gianda an, die als Reporterin immer viele Informationen von einem befreundeten Polizisten bekommt. Beide recherchieren in dem Fall und kommen sich auch näher.


    Fee meint


    Ich mag die Bücher von Stefan Ulrich, deshalb hab ich mich auch sehr gefreut, als ich festgestellt habe, dass er einen Krimi geschrieben hat.


    Die Geschichte


    ist spannend und wirklich „nett“. Die Spannung baute sich langsam auf, dann blieb sie aber stetig. Ich habe zwar lange vermutet, wer der Mörder ist, aber sicher war ich erst bei 2/3 des Buches. Und dann hab ich auch nicht mehr daran gezweifelt, auch wenn der Autor den Leser doch noch zu verwirren versucht hat.


    Charaktere


    Die Hauptcharaktere fand ich sehr sympathisch. Einige verstorbene Nebencharaktere fand ich auch sehr gut gezeichnet und es ist schade, dass sie ermordet wurden. Zum Beispiel der Friseur würde sich gut in einem Folgeroman machen. Die Dorfbewohner wurden gut skizziert, so dass man sie sich gut vorstellen konnte.

    Robert Lichtenwald ist eher still und ein träger Deutscher. Allerdings auch etwas dämlich. Einiges war nicht wirklich plausibel, wenn er Tatsachen feststellt und dann wieder Vermutungen die ganz und gar nicht sein können.


    Gianda fand ich gut und sympathisch gezeichnet, auch ihre Wutanfälle waren faszinierend. So richtig passend als explosive Südländerin.


    Liebesgeschichte?


    Da der Autor diese Romanzen offen lässt, könnte ich mir denken, dass es eine Fortsetzung gibt. Dann könnte man auch Roberts Ehefrau kennen lernen.


    Lokalkolorit


    Mit den Speisen und Weinen bringt der Autor sehr viel Lokalkolorit ins Buch. Dass viele Worte auf italienisch sind, wäre nicht mal so schlimm, WENN es hinten im Buch eine Legende geben würde, wo ich nachschauen kann, was das heißt oder besser noch als Fußnote (für Ebooks). Nicht jeder kann italienisch und so ist es etwas störend, wenn man immer wieder im Internet gucken muss, was das wohl heißt. Ich lerne ja gerne dazu, aber hier fand ich es doch ein bisschen zu viel.


    Schreibstil


    Mit 216 Seiten war das Buch schnell gelesen. Fast zu schnell. Der Autor schreibt locker und so lässt sich die Geschichte flüssig lesen. Ich mag den Schreibstil des Autors, schon in seinen anderen Büchern und mir gefällt der italienische Flair, den er mit seinen Worten gut beschreiben kann. Ein Nachmittag würde locker reichen, um das Buch auszulesen. Es ist eher ein Quicki-Buch, vom Lesen her gesehen.


    Plausibilität


    Manchmal dachte ich auch, dass der Lektor nicht gut lektoriert hatte, weil ich einige Male dachte, das hab ich doch vorher etwas anders gelesen. Oder warum Selbstmord bei Schleifspuren?


    Fazit


    Für den ersten Versuch war das schon ganz ok. Ein netter, solider, bodenständiger Krimi, bei dem ich mir eine Fortsetzung wünschen würde.Es ist auf jeden Fall ausbaufähig. Bei manchen anderen Lieblingsserien habe ich es immer noch nicht geschafft, mich durch den ersten Fall zu quälen, von daher kann ich diesem Buch gute 3 Sterne geben.

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